Bogenschießen – schon fast meditativ

Ich bin Pazifist und Kriegsdienstverweigerer und das aus tiefer Überzeugung.
Dennoch nenne ich einen Recurve-Bogen mein Eigen und schieße Pfeile gelegentlich auf Zielscheiben ab.

Wie passt das zusammen ? Ein Kriegsdienstverweigerer, der zur Waffe greift ?

Ja, und damit habe ich überhaupt kein Problem. Denn Pfeil und Bogen nutze ich hier nicht im eigentlichen Sinne einer Waffe.
Mir würde im Traum nicht einfallen, das Gerät gegen irgendwelche vermeintlichen Lebewesen zu richten und seien es nur 3D-Wild-Nachbildungen aus Styropor.
Bogenschießen hat fast etwas Meditatives: Das richtige Aufstellen, das Einlegen des Pfeils, die Fokussierung auf die Scheibe und schließlich das unverkrampfte Lösen der Bogenspannung. All dies sollte in höchster Konzentration passieren. Spätestens nach dem zehnten abgeschossenen Pfeil stellt sich ein Gefühl ein, das den Stress des Alltags vergessen lässt und welches vermutlich in ähnlicher Form bei asiatischen Kampfsportarten (z.B. beim Bretterzerkloppen) erzielt wird.

Ich kann jedem verantwortungsbewussten (Jung-)Erwachsenem das Bogenschießen nur empfehlen. Die Grundausrüstung fällt zwar etwas teurer aus als bei anderen Sportarten, aber diese Investition lohnt sich auf jeden Fall.